O : Kiek ma, wenn ick hier so stehe und den Wohlstand sehe. (Beschaut sich den Einkauf.) Mein Gott ist das schön. Kamillentee hab ich. Alle Sorten Tee.

M : Omchen, lässt Du mich mal durch? Ich muss da unten mal ne Zwiebel rauskramen.

O : Sind die noch fest?

M : Ja. Mal kucken. Eine wird schon noch dabei sein.

O : Ach sieht das schön aus. Mann. Man darf hier gar keinen reinlassen. Wenn die den Wohlstand bei mir sehen.

M : Den Apfelsinenwohlstand?

O : Ja.

M : Noch haben das alle Leute hier. Oder viele.

O : Ich hab das mit der Nachbarschaft reduziert. Zu viele Leute, die Du dann immer begrüßen musst.

M : Aber gute Nachbarschaft ist doch auch was Schönes.

O : Ja, Du hast recht. Und ich hab auch alles nette Nachbarn. Die Frau Schröder …

M : Die hab ich grad auf der Treppe getroffen! Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie mich erkannt hat mit dem Mundschutz.

O : Ach, sicher. Die ist ja noch fit. Was ist das hier? Handy?

M : Ja, lass mal liegen.

O : Jaja. Ich ess das nicht. Das schmeckt mir nicht. Sonst rede ich nachher mit dem Bauch.

M : Aha. (Grinst.)

O : Ach Gott. (Befühlt die Apfelsinen.) Wenn man diese Früchte anfasst. Überlege mal. Die waren alle mal an einem Baum. Armer Baum. Was der tragen musste. Solche großen Früchte. Alles so schön. Wenn ich so an Krieg denke, wie es da nichts gab und wie Du froh warst, wenn Dir der Nachbar mal was mitbrachte. (Befühlt die Äpfel.) Und die Äppel so schön. Sind die aus dem Garten?

M : Nee. Die sind aus der Kühltruhe.

O : Kühltruhe?

M : Naja, die sind vom letzten Jahr und werden dann gekühlt.

O : Du, der ist doch hier faul, oder?

M : Nee, Oma, der ist gut. Der ist nur gelb, nicht rot. Alles fest und schön. Der kann liegen bleiben.

O : Na gut. Am besten sind die ersten Erdbeeren aus dem Garten.

M : Haben wir aber nicht. Das hab ich alles umgegraben. Da ist jetzt überall Acker.

O : Da können wir Kartoffeln anbauen. Die solide Grundlage. Wenn ich an den Garten denke, hab ich immer diese Freude, dass man so ein Stücke Land hat.

M : Ja. Ein Glück.